Ökologische Verantwortung

Unser Beitrag zum Klima- und Umweltschutz: Ressourcen schonen und Energie effizient einsetzen
MATERIALIEN



Wirtschaftswachstum, die weltweite Bevölkerungszunahme und die notwendigen Anpassungen an den Klimawandel stimulieren den Bau und die Erhaltung von Gebäuden und von Infrastruktur. Dafür werden Rohstoffe wie Sand, Kies oder Bruchstein in beträchtlichen Mengen benötigt. Der jährliche Bedarf an natürlichen Zuschlagstoffen im Bauwesen beträgt allein in der EU rd. 2.105 Mio. t und stellt damit den größten Rohstofffluss in der Europäischen Union dar. Obwohl die innereuropäische Produktion mineralischer Baustoffe den Bedarf fast vollständig deckt, könnte deren Gewinnung schnell an ökologische, soziale und wirtschaftliche Grenzen stoßen: Flächenkonkurrenz, soziale Konflikte und das Potenzial für Sand- und Kiesknappheit in einigen Teilen der Welt könnten rasch zu wirtschaftlichen Engpässen in der Versorgung führen. Eine Steigerung der Ressourceneffizienz und die Nutzung des Recyclingpotenzials der eingesetzten Baustoffe wirkt dem prognostizierten gesteigerten Rohstoffbedarf in den kommenden Jahren entgegen.

Im Rahmen eines vierstufigen Etappenziels hat sich STRABAG in ihrer Nachhaltigkeitsstrategie das Ziel gesetzt, bis 2040 Klimaneutralität entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu erreichen. Dabei spielen der verantwortungsvolle Umgang und der Einsatz innovativer CO2-optimierter Materialien eine zentrale Rolle.

Projekte und Initiativen

Der Bausektor trägt eine zentrale Verantwortung bei der Weiterentwicklung der effizienten Verwendung von Primärrohstoffen. STRABAG hat dies vor vielen Jahren erkannt und versucht u. a. durch die Aufbereitung und Rückgewinnung von Baustoffen wie Asphalt einen Beitrag zu leisten. Technologischer Fortschritt und schärfere gesetzliche Vorgaben fördern diese positive Entwicklung. Vor allem der Verkehrswegebau bietet hier großes Potenzial: Mit dem Recycling eingesetzter Materialien reduzieren wir Treibhausgase und sparen wertvolle Primärrohstoffe durch Wiederverwendung. Wir decken konzernweit 88 % unseres Eigenbedarfs an Asphalt selbst und sind dadurch in der Lage, den Herstellungsprozess zielgerichtet zu optimieren.


¹Die Mengendaten wurden anhand von Durchschnittspreisen aus Preisdaten abgeleitet.

Um unsere Verantwortung bei zugekauften Materialien noch stärker wahrzunehmen, wurden 2021 unsere IT-Prozesse im Einkauf dahingehend adaptiert, zielgerichtet Informationen zur Nachhaltigkeitsperformance unserer Lieferanten zu erheben und diese in Entscheidungsprozesse einfließen zu lassen. Im Oktober 2021 erreichten STRABAG und ihre Konzerntochter Ed. Züblin AG durch den ressourcenschonenden und energieeffizienten Bau eines Bürogebäudes in Stuttgart einen Meilenstein in puncto Nachhaltigkeit. Die Baustelle wurde von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DNGB) als erste Baustelle in Deutschland mit dem Nachhaltigkeitszertifikat in Gold ausgezeichnet.

Ziele und Indikatoren

Erklärtes Ziel ist es, die durch unsere Geschäftstätigkeit verursachten negativen Auswirkungen auf die Umwelt so gering wie möglich zu halten. Dabei bearbeiten wir prioritär jene Themen, die das größte Verbesserungspotenzial versprechen und die wir durch unser eigenes Handeln direkt beeinflussen können, wie die Weiterentwicklung von Verfahren und Technologien für ressourcen- und energieeffiziente Bauwerke.

  • Deutschland: 34 % bei einer Gesamtproduktion von 3.076 Tsd. t Asphaltgemische (2020: 33 % bei 3.303 Tsd. t)
  • Polen: 36 % bei einer Gesamtproduktion von 2.513 Tsd. t Asphaltgemische (2020: 40 % bei 2.391 Tsd. t)
  • Österreich: 19 % bei einer Gesamtproduktion von 1.360 Tsd. t Asphaltgemische (2020: 18 % bei 1.287 Tsd. t)

Ziel: Wir streben an, den Recyclinganteil zu erhöhen, und sind dabei auch auf die Vorgaben unserer Auftraggeberschaft angewiesen.

Mehr zum Thema Materialien finden Sie in dem aktuellen Geschäftsbericht.


ABFALL UND KREISLAUFWIRTSCHAFT



Die Bauwirtschaft zählt weltweit zu den ressourcenintensivsten Wirtschaftszweigen: Rohstoffe werden abgebaut, verbaut und landen nach der Nutzungsphase zu großen Teilen auf Deponien. Den mengenmäßig größten Teil der Bauabfälle umfassen Bauschutt, Straßenaufbruch, Boden und Steine sowie Baustellenabfälle. Diese mineralischen Bauabfälle machen auch den größten Anteil des Abfallaufkommens innerhalb der EU aus – der Deponieraum wird zunehmend knapper. In diesem Problem sehen wir ein hohes Potenzial für Recycling und Wiederverwendung von Baumaterialien, das zunehmend durch innovative Technologien, neue Recycling-Baustoffe und effizientes Abfallmanagement im Bauprozess genutzt werden kann. STRABAG will dieses Potenzial heben: Aufgrund unseres Tätigkeitsspektrums sind wir in der Lage, Abfälle wertschöpfend im Kreislauf zu führen oder durch hochwertige Aufbereitung einer neuen Nutzung als Sekundärrohstoff zuzuführen. Damit unterstützen wir den EU-Aktionsplan für Kreislaufwirtschaft, der auf die Förderung des Kreislaufprinzips inklusive der Abfallvermeidung und den Aufbau von Märkten für Sekundärrohstoffe abzielt.

Projekte und Initiativen

Um den weiteren Austausch innerhalb des Konzerns zu fördern, wurde auf Basis von STRAmaps eine GIS-Anwendung entwickelt, die der besseren Verknüpfung der Baustellen und verschiedenen Verwertungs- und Entsorgungsstellen dienen soll. Ziel ist es, für anfallende Bauabfälle einen hochwertigen Wiederverwendungs- bzw. Verwertungsweg und für Reststoffe den optimalen Entsorgungsweg zu finden. Im Rahmen des STRABAG-Intrapreneurship-Programms adAstra wurde eine Möglichkeit zur Nutzbarmachung überschüssiger Bauressourcen gesucht. Eine der Lösungen bestand in der Schaffung eines zentralen, drittmarktfähigen Marktplatzes in Form einer App, die Baustellen mit potenziellen Kundinnen und Kunden vernetzt.

Ziele und Indikatoren

Die größten Abfallströme im Konzern resultieren aus mineralischen Bau- und Abbruchabfällen. Eine untergeordnete Rolle spielen sonstige produktions- und standortbezogene sowie nichtmineralische Abfälle, die an zertifizierte Entsorgungsfachbetriebe weitergegeben werden. Dies ist der im Bausektor typischen Individualfertigung geschuldet und unterscheidet den Sektor von anderen Wirtschaftszweigen. Die Gesamtmenge an Abfall ist abhängig von Größe und Art der Bauaufträge (z. B. Gebäude oder Verkehrswege, Rückbau oder Baugrubenaushübe, Verwertungstätigkeiten) und von Qualitätsvorgaben. Da diese Vorgaben durch Dritte bestimmt werden, hat STRABAG nur eingeschränkten Einfluss darauf. In diesem Managementansatz ist daher nicht die Gesamtmenge als steuerbare Größe definiert. Ziel von STRABAG ist es, die mit dem Ressourcenverbrauch und den Abfallströmen in Zusammenhang stehenden Auswirkungen auf die Umwelt zu reduzieren und eine ressourceneffiziente Kreislaufwirtschaft zu fördern. Diese Aspekte möchten wir zukünftig mit den nachfolgend in der Tabelle genannten Indikatoren messen.


¹Differenz zwischen der Summe aus Entsorgung und umgeleiteten Abfällen sowie gehändelten Gesamtabfällen resultieren aus Lagerbeständen und Materialverlusten.

Mehr zum Thema Abfall und Kreislaufwirtschaft finden Sie im aktuellen Geschäftsbericht.


ENERGIE UND EMISSIONEN



Der Ausbau erneuerbarer Energien und die Senkung des Energieverbrauchs bilden die zwei wichtigsten Bausteine der Energiewende. Rund 40 % des gesamten Energieverbrauchs und etwa 36 % der damit verbundenen Treibhausgasemissionen in der Europäischen Union entfallen auf Gebäude – sowohl in der Errichtungs- als auch in der Nutzungsphase. Um Klimaneutralität in der EU bis 2050 zu erreichen, sieht der European Green Deal eine umfassende Verbesserung der Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden vor. Für die nächsten Jahre ist daher vonseiten der europäischen Klima- und Energiepolitik mit einer Verschärfung der Vorschriften für den Gebäudesektor zu rechnen. Die kontinuierlich ansteigende CO2-Bepreisung als ökonomischer Anreiz zur Steigerung der Energieeffizienz und zur Substitution fossiler durch erneuerbare Energieträger wurde in Deutschland bereits 2021 gesetzlich umgesetzt; in Österreich soll dieser Schritt 2022 erfolgen. Vor diesem Hintergrund setzte sich STRABAG im Rahmen der FASTER TOGETHER 2022-Strategie zum Ziel, die kontinuierliche Reduktion von CO2- Emissionen konsequent zu messen.. Darauf aufbauend entwickelten wir eine erste konzernweite Nachhaltigkeitsstrategie, in der wir uns dazu verpflichten, im gesamten Konzern bis zum Jahr 2040 Klimaneutralität zu erreichen. Dieses Ziel soll im Rahmen eines vierstufigen Etappenplans erreicht werden. Eine zentrale Rolle nehmen dabei energiebedingte Emissionen ein.


Projekte und Initiativen

Energieeinsparungen und Emissionsreduktionen werden durch die Steigerung der Energieeffizienz und den Einsatz regenerativer Energieträger erzielt. Dazu zählen u. a. Maßnahmen zur Optimierung des Stromverbrauchs von Gebäuden, Baustellen und Produktionsbetrieben sowie die Evaluierung des Einsatzes alternativer Brennstoffe in der Asphaltproduktion.

  • Seit dem 1.1.2021 bezieht die STRABAG AG Deutschland mit allen verbundenen Unternehmen innerhalb eines Rahmenvertrags ausschließlich CO2-neutralen Strom aus Wasserkraft. Damit steigt der Anteil an eingekauftem Grünstrom in Deutschland und Österreich am gesamten Stromverbrauch der STRABAG auf 26 %.
  • Um den Kraftstoffverbrauch durch die Nutzung des Fuhrparks zu reduzieren, wurde ein E-Learning entwickelt.
  • Erstmals im Jahr 2021 wurden die im Carbon Tracker erhobenen Scope 1- und Scope 2-Emissionen durch die energiebedingten und materialbedingten Emissionen aus der vorgelagerten Wertschöpfungskette der STRABAG (Teil der Scope 3-Emissionen) ergänzt. Aufbauend auf der aktuellen Validierung dieser komplexen Daten plant der Konzern, eine fundierte Datengrundlage für die Dekarbonisierung der gesamten Wertschöpfungskette zu schaffen und die Berichterstattung zu Scope 3-Emissionen in den nächsten Jahren sukzessive aufzubauen.

Ziele und Indikatoren

Unser erklärtes Ziel ist, die negativen Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeit auf die Umwelt zu reduzieren und damit einen Beitrag zur Transformation hin zu einer nachhaltigen Wirtschaft zu leisten. Dabei bearbeiten wir prioritär jene Themen, die entweder das größte Verbesserungspotenzial versprechen oder die wir durch unser eigenes Handeln am stärksten direkt beeinflussen können. Wir tragen dazu bei, dass der Verbrauch fossiler Brennstoffe reduziert wird, indem wir die beste verfügbare Technik einsetzen. Produktionsprozesse werden energieeffizient geplant, umgesetzt und gesteuert.

Energieverbrauch und CO2-Intensität der relevanten Energieverbrauchsbereiche

Fuhrpark:

  • Alle dieselbetriebenen Pkw in Deutschland und Österreich: 5,90 l/100 km (-1,1 %) und 158 g CO2/km (-1,1 %)
  • Alle dieselbetriebenen Nutzfahrzeuge in Deutschland und Österreich: 9,28 l/100 km (-0,6 %) und 248 g CO2/km (-0,6 %)
Ziel: Energieeffizienzsteigerung um mindestens 1 % bezogen auf das Vorjahr

Asphaltmischanlagen in Deutschland: 97,60 kWh/t produziertes Asphaltmischgut (4,9 % zum Vorjahr) und 31,20 kg CO2/t produziertes Asphaltmischgut (0,6 % zum Vorjahr)

Ziel: Energieeffizienzsteigerung um mindestens 1,3 % bezogen auf das Vorjahr






Mehr zum Thema Energie und Emissionen finden Sie in dem aktuellen Geschäftsbericht.


NACHHALTIGES BAUEN



Steigende Energiepreise, zunehmend spürbare Auswirkungen des Klimawandels und das rasante Städtewachstum stellen die Bauwirtschaft vor neue Aufgaben: Gebäude werden nicht mehr nur auf Investitionskriterien hin optimiert, sondern es gewinnen auch Lebenszykluskosten, Qualität und Ressourceneffizienz an Gewicht.
Über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes betrachtet, ist der Anteil der energiebedingten Treibhausgasemissionen über die gesamte Betriebsphase am höchsten¹. Gebäude dahingehend zu optimieren, dass sie in der Nutzungsphase wenig oder keine Energie benötigen oder sogar Energie erzeugen, ist daher ein wichtiges und wachsendes Geschäftsfeld von STRABAG.

¹https://www.worldgbc.org/embodied-carbon (Abruf am 13.2.2020)

Mehr zum Thema nachhaltiges Bauen finden Sie im aktuellen Geschäftsbericht.



Auf der Website veröffentlicht am 28.07.2015 – Zuletzt publiziert am 22.06.2022 12:16:18
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