Menschen und Arbeitsplatz

Ein sicheres, stabiles Arbeitsumfeld, individuelle Leistungsförderung und Vielfältigkeit in unseren Teams.
An über 700 Standorten stellen knapp 77.000 Menschen weltweit ihr Können unter Beweis. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten mit vereinten Kräften daran, dass die Bauwerke termingerecht in der geforderten Qualität fertiggestellt werden. Damit diese Aufgabe Tag für Tag gelingt, ist STRABAG als Arbeitgeberin gefordert, für faire Beschäftigungsbedingungen zu sorgen: Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz sicherstellen, Gleichstellung von Frauen und Männern fördern sowie die Menschenrechte an allen Standorten einhalten.

ARBEITSSICHERHEIT




Sicherheit und Gesundheit sind ein zentrales Anliegen und Bestandteil der Unternehmenskultur von STRABAG. Das Wichtigste für einen erfüllten Arbeitsalltag ist ein gesundes und sicheres Leben, ob auf der Baustelle oder im Büro. Aus diesem Grund stellte sich STRABAG im Rahmen der Konzerninitiative „1>2>3 Entscheide dich für Sicherheit“ bewusst der Herausforderung „Vision Zero – Null Unfälle“. „1>2>3 Entscheide dich für Sicherheit“ klingt wie ein einfacher Satz, der im Alltag jedoch nicht immer so einfach umgesetzt werden kann. Durch ständige Veränderungen der Arbeitsumgebung, hohe körperliche Belastung sowie unvorhersehbare Witterungseinflüsse sind Beschäftigte in der Bauwirtschaft im Vergleich zu anderen Wirtschaftszweigen einem besonders hohen Unfall- und Gesundheitsrisiko ausgesetzt. 2021 stellte die Covid-19-Pandemie erneut große Anforderungen an den Konzern. Es galt, die Sicherheit und den Gesundheitsschutz mit dem Infektionsschutz in Einklang zu bringen.

Projekte und Initiativen

Im Jahr 2021 wurde der Schwerpunkt im Bereich Arbeitssicherheit auf das Arbeiten bei Hitze gelegt. Höhere Temperaturen wirken sich nicht nur negativ auf die Produktivität aus, sie haben auch erheblichen Einfluss auf die Gesundheit und erhöhen die körperliche Belastung. Um für das Thema zu sensibilisieren und gleichzeitig für zusätzliche Abkühlung zu sorgen, wurde ein hocheffizientes Kühltuch an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Konzerns versendet. Um das Infektionsrisiko von Covid-19 zu minimieren, wurden im gesamten Konzern zu Beginn der Pandemie schnell und effizient Abstandsrichtlinien und Kontaktregelungen umgesetzt und die Maskenpflicht realisiert. Zudem wurden Schlüsselfunktionen auf Baustellen nicht zeitgleich besetzt und eine flexiblere Arbeitszeitgestaltung eingeführt. In regelmäßigen Krisensitzungen wurden die entsprechenden Schutzstrategien fortlaufend an die neue Situation angepasst. Durch die vorbildliche Umsetzung der nötigen Schutzmaßnahmen konnte die Arbeit auf den Baustellen und in den Arbeitsstätten nahezu unvermindert fortgeführt werden. Einen Überblick über die Aktivitäten der Arbeitssicherheit illustriert die Website der Kampagne 123.strabag.com.

Weiters wurden im Geschäftsjahr 2021 u. a. folgende Projekte verfolgt und Initiativen gesetzt:
  • Anpassung der Covid-19-Gefährdungsbeurteilung für Baustellen und Büroarbeitsplätze.
  • Anpassung der Richtlinien für Bürostandorte und Büros auf Baustellen
  • Überarbeitung von Informationen zu Infektionsschutz und Hygienemaßnahmen
  • Umsetzung von Home-Office-Möglichkeiten
  • Initiierung von Impfangeboten

Ziele und Indikatoren

Unfälle aufgrund von Stolpern, Rutschen oder Stürzen (SRS) bilden mit einem Anteil von rund 25 % die häufigsten Arbeitsunfälle. Daher ist die kontinuierliche Verminderung von SRS-Unfällen auf Baustellen unser vorrangiges Ziel. Um die Wirksamkeit unserer Sicherheitsmaßnahmen messbar zu machen, legen wir großen Wert auf die exakte Erhebung der Ausfallquote und der Unfallhäufigkeit. Die Arbeitsunfall-Ausfallquote des Konzerns berechnet sich aus der Anzahl der durch Arbeitsunfälle bedingten Ausfallstunden im Verhältnis zu den produktiven Arbeitsstunden. Die Unfallhäufigkeit wird aus der Anzahl der Arbeitsunfälle pro 1 Mio. produktive Arbeitsstunden berechnet. Erfreulicherweise war 2021 wie 2020 kein einziger tödlicher Arbeitsunfall unter den STRABAG-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeitern zu verzeichnen.



1Produktive Arbeitsstunden 2021: Gewerbliche: 80.198.729, Angestellte: 59.516.658

2Gewertet werden Arbeitsunfälle (ohne Wegunfalle zwischen Wohn- und Arbeitsort sowie ohne Berufskrankheiten) mit einem Arbeitsausfall von zumindest einem Kalendertag, gezählt ab dem Tag nach dem Arbeitsunfall.

Mehr zu Arbeitssicherheit finden Sie im aktuellen Geschäftsbericht.


GESUNDHEITSSCHUTZ

Die Gesundheit und Leistungsfähigkeit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu erhalten, ist uns ein zentrales Anliegen und für einen langfristigen Unternehmenserfolg unverzichtbar. Das Arbeiten im Baugewerbe wird in der Öffentlichkeit vor allem mit schwerer körperlicher Leistung verbunden. Doch auch die psychische Belastung kann zu einem Thema werden. Die psychosoziale Gesundheit durch Stressprävention und -bewältigung zu stärken, ist daher eines unserer wichtigsten Handlungsfelder im Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM).

Projekte und Initiativen

Die Zusammenarbeit von BGM, der Arbeitssicherheit und den arbeitsmedizinischen Diensten sieht u. a. die Organisation und Ausweitung von Gesundheitsaktionen in Niederlassungen und auf Baustellen vor. Präventionsangebote, wie z. B. Hör-, Seh- und Lungenfunktionstests sowie Wirbelsäulen-, Herz- und Beweglichkeits-Screenings, und individuell zusammengestellte Aktionen erweitern das Angebot für unsere gewerblichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Des Weiteren bietet das BGM ein breit gefächertes und zielgerichtetes Angebot an den Bürostandorten an. Neben Augen-, Stress- und Vorsorgeuntersuchungen stehen diverse Gesundheitskurse, etwa eine Rückenschule oder Yoga sowie Vorträge und Workshops in den Haupthandlungsfeldern Bewegung, Ernährung und Stressprävention, zur Auswahl.


Ziele und Indikatoren

Übergeordnetes Ziel ist es, die Gesundheit und die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu erhalten. Die dazu gesetzten Maßnahmen wirken darauf hin, sowohl die Arbeitsbedingungen zu verbessern als auch die persönlichen Ressourcen am Arbeitsplatz aller Beschäftigten und Führungskräfte zu stärken. Unter anderem mittels der Krankheitsausfallquote¹ beobachten wir, wie gut wir dieses Ziel erreichen:



¹Werte wurden aufgrund einer Umstellung der Berechnungsmethode nachträglich angepasst.

Mehr zum Thema Gesundheitsschutz finden Sie im aktuellen Geschäftsbericht.



STRATEGISCHE PERSONALENTWICKLUNG



Die Bauwirtschaft ist eine personalintensive Branche, deren Geschäftsergebnis maßgeblich vom Engagement der in ihr tätigen Menschen beeinflusst wird – nicht zuletzt deshalb, weil sie aufgrund von Fachkräftemangel und saisonbedingten Engpässen einen kritischen Faktor darstellen. Der STRABAG-Konzern antwortet auf diese Themen mit einer konsequenten strategischen Personalplanung und der kontinuierlichen Weiterbildung und -entwicklung seiner Beschäftigten.

Projekte und Initiativen

Wir arbeiten ständig daran, den Konzern als attraktiven Arbeitgeber auf dem Arbeitsmarkt zu positionieren und damit nachhaltig zur Deckung des künftigen Bedarfs an qualifizierten Fach- und Führungskräften beizutragen. 2021 erfolgte der Roll-out einer neuen Employer Branding-Strategie, die die Attraktivität von STRABAG als Arbeitgeberin unterstreicht. Den ersten Meilenstein dabei bildete die breit angelegte Human Resources-Kampagne der Unternehmensbereiche Verkehrswegebau und Hoch- und Ingenieurbau in Österreich. Auch in Deutschland sind die neuen Employer Branding- Testimonials und Werbesujets bereits im öffentlichen Raum präsent, so z. B auf Bussen und Bahnen, in Fußballstadien oder bei eigenen öffentlichkeitswirksamen Baustellen.

Ziele und Indikatoren

Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, fördern und optimieren wir die bedarfsorientierte fachliche und persönliche Entwicklung sowie Qualifikation unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Nur so können wir unseren Kundinnen und Kunden eine termin- und fachgerechte Umsetzung ihrer Projekte garantieren. Der Weiterbildungsbedarf ist vorwiegend im Rahmen des Mitarbeitergesprächs zu erheben. Dieses essenzielle Instrument der Mitarbeiterführung ist von der bzw. dem Vorgesetzten zumindest jährlich durchzuführen und bietet Gelegenheit für wechselseitiges Feedback. Pandemiebedingt wurden 2021 nur üur einen kurzen Zeitraum (von September bis November) Präsenztrainings abgehalten. Die erfolgreiche Umstellung auf digitale Formate führte zu einem deutlichen Anstieg der Trainingstage pro Angestelltem gegenüber dem ersten Pandemiejahr.




Mehr zum Thema Strategischer Personalentwicklung finden Sie im aktuellen Geschäftsbericht.



MENSCHENRECHTE



Durch unser Angebot an Bauleistungen auch in strukturschwachen Regionen leisten wir einen wichtigen Beitrag zum Ausbau von Infrastruktur und zur Schaffung von Arbeitsplätzen. In Summe werden rd. 95 % der Bauleistungen in Europa und rd. 5 % außerhalb Europas erbracht. Einzelne Projekte werden auch in Ländern ausgeführt, die bezüglich ihrer menschenrechtlichen Praxis in der internationalen Kritik stehen.

Projekt und Initiativen

Im Frühjahr 2021 ist STRABAG dem Global Compact der Vereinten Nationen beigetreten. Mit dem Beitritt verpflichten wir uns zur Einhaltung zehn globaler Prinzipien in den Bereichen Menschenrechte, Arbeitsnormen, Umweltschutz und Korruptionsprävention.

Durch das breite Angebot an Bauleistungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette ist STRABAG weltweit auf zuverlässige und qualitätvolle Zulieferer und Nachunternehmen angewiesen. Nur so können hochwertige Produkte und Dienstleistungen mit größtmöglichem Nutzen für unsere Kundinnen und Kunden und für die Gesellschaft angeboten werden. Um unserer Sorgfaltspflicht nachzukommen und die Auswirkungen entlang der Lieferkette auf Umwelt und Gesellschaft besser einschätzen zu können, haben wir das Projekt „Nachhaltigkeit in der Lieferkette“ aufgesetzt. Mit einem Management- und Auditsystem für Lieferanten und Subunternehmen wollen wir Risiken in Bezug auf Menschenrechte, Arbeitssicherheit und Gesundheit sowie Umwelt entlang unserer Lieferkette analysieren und durch Präventions- und Abhilfemaßnahmen potenziell negative Auswirkungen abwenden. Das Thema Diversität bzw. Gleichstellung von Frauen und Männern wird im Konsolidierten Corporate Governance-Bericht behandelt.

Ziele und Indikatoren

Die Schaffung und Aufrechterhaltung von Beschäftigungsbedingungen unter Einhaltung der Kernarbeitsnormen der International Labour Organization (ILO) und der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte sind ein wesentliches Ziel im Wertesystem des STRABAG-Konzerns. Von besonderer Relevanz sind hier: 

Verbot der Diskriminierung in Beschäftigung und Beruf 
Verbot der Sklaverei und des Menschenhandels 
Verbot der Kinderarbeit 

Die Zielerreichung wird anhand folgender Indikatoren gemessen: 

Anzahl der festgestellten Fälle der Kategorie „Diskriminierung“ im Berichtsjahr (Zuordnungsdatum = Datum der abschließenden Feststellung): 12 
Anzahl der festgestellten Fälle der Kategorie „Menschenrechte und Arbeitsbedingungen“ im Berichtsjahr (Zuordnungsdatum = Datum der abschließenden Feststellung): 3

2021 kam es mit insgesamt 27 Meldungen zu einem signifikanten Anstieg gemeldeter Fälle (2020: 17 gemeldete Fälle). Von den 27 Meldungen ließen sich 24 der Kategorie „Diskriminierung“ und drei der Kategorie „Menschenrechte und Arbeitsbedingungen“ zuordnen. Bei 14 der 27 Fälle konnte der Konflikt einvernehmlich gelöst werden. In einem Fall kam es zur Kündigung durch den Arbeitnehmer, sechs Hinweise haben sich nicht erhärtet. Drei Hinweise wurden zurückgezogen, und drei Fälle sind aktuell noch in Bearbeitung.

Mehr zum Thema Menschenrechten finden Sie im aktuellen Geschäftsbericht.



GLEICHSTELLUNG VON FRAUEN UND MÄNNERN



Die Bauwirtschaft als Berufssparte beschäftigt in den technischen Berufen traditionell überwiegend Männer. Frauen sind daher in allen Hierarchieebenen unterdurchschnittlich repräsentiert. Unter anderem der Fachkräftemangel erfordert allerdings, dass der Sektor in Zukunft stärker als bisher auf die Arbeitskraft von Frauen setzt. Die STRABAG SE ist außerdem davon überzeugt, dass Diversität den Erfolg im Unternehmen nachhaltig steigert. Unter Vielfalt versteht die STRABAG SE verschiedene Nationalitäten, Kulturen und Bildungshintergründe, eine ausgewogene Altersstruktur sowie ein Miteinander von Männern und Frauen. Damit Vielfalt entstehen kann, braucht sie einen Nährboden – ein Arbeitsumfeld, das frei ist von Diskriminierung, Belästigung und Repressalien. STRABAG stellt nicht nur dies über ein System von Ombudsleuten sicher, sondern setzt auch aktiv Maßnahmen, damit die Vielfalt gedeihen kann, etwa solche zur Förderung der Einbindung von Frauen.

Projekte und Initiativen

Wenn es gelingt, mehr Frauen für eine berufliche Tätigkeit im Bauwesen bzw. bei STRABAG zu begeistern, wird damit auch die Basis für eine höhere Repräsentation von Frauen in den Führungsgremien gelegt. Die bisherigen Aktivitäten zur Erhöhung der Zahl der weiblichen Belegschaft und zur Förderung von Karrieren von Frauen im STRABAG Konzern setzen an vier Stellen an:

  • Das von „Förderung von Frauen“ in „Gender Diversity Team“ (GDT) umbenannte Team trat 2021 in fünf Sitzungen zusammen, davon wurde an zwei Terminen im Rahmen sogenannter Resonanzgruppen das Feedback von Kolleginnen zu den Themen „Frauen in Führungspositionen“ und „Sexismus“ eingeholt. Daraus wurden Maßnahmen abgeleitet, die dem Vorstand der STRABAG SE zur Beschlussfassung vorgelegt werden
  • Gezieltes Marketing: STRABAG achtet in ihren Texten und Stellenausschreibungen durchgängig auf gendergerechte Formulierungen.
  • Vereinbarkeit von Karriere und Familie: Insbesondere im Hinblick auf Potenzial- und Leistungsträgerinnen und -träger konkurriert STRABAG mit anderen Bauunternehmen um flexible und möglichst mobile Mitarbeitende
  • Karriereförderung: Im Unternehmen bestehen keine Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen bei vergleichbarer Tätigkeit und Ausbildung.

Ziele und Indikatoren

Um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten und von der Vielfalt unterschiedlicher Sichtweisen zu profitieren, hat sich STRABAG im Jahr 2013 das Ziel gesetzt, den weltweiten Frauenanteil im Konzern jährlich zu heben – also für eine höhere Repräsentanz von Frauen im Konzern zu sorgen. Mit der Unterzeichnung der UN Women’s Empowerment Principles – der „Grundsätze zur Stärkung der Frauen im Unternehmen“ – unterstrich der damalige STRABAG SE-Vorstandsvorsitzende Hans Peter Haselsteiner die Verbindlichkeit dieses Ziels.

Mehr zum Thema Gleichstellung von Frauen und Männern finden Sie im Corporate Governance Bericht.



Auf der Website veröffentlicht am 27.07.2015 – Zuletzt publiziert am 20.06.2022 15:39:29
DOWNLOADS
LINKS